Sozialarbeiter-Jobs: Wie komme ich in einem sozialen Job an, der zu mir passt?

Diese Frage stellt sich am Anfang jedes Neueinstiegs in einen Beruf. Als angehende Fachkraft der sozialen Arbeit hast Du jetzt die Möglichkeit, Dein im Studium oder in der Ausbildung gesammeltes Wissen in der Praxis anzuwenden, Deine Ideen zu verwirklichen und eigenes Geld zu verdienen. Den Vorlesungssaal und die Prüfungen endlich hinter Dir lassend, heißt es: einen Job finden - am besten einen Job in der sozialen Arbeit beispielsweise als Sozialarbeiter, der auch wirklich zu Dir passt, also Deinen Wünschen und Vorstellungen entspricht. Für die Soziale Arbeit bedeutet die Suche nach einem Job, der zu dir passt, zunächst eine schier endlos scheinende Menge an Möglichkeiten für deine berufliche Perspektive und viele Wege, die sich auftun. Am Anfang von jedem dieser Wege stehen eine Menge Fragen, die nur darauf warten, beantwortet zu werden.

Für einige dieser Fragen möchte ich dir Antworten geben. Ich möchte dir eine praxisnahe Orientierung bieten. Dafür habe ich mit drei Menschen gesprochen, die noch recht frisch als Sozialarbeiter:innen in ihren Jobs sind und interessante, ganz unterschiedliche Wege für ihren Einstieg in den Job der Sozialarbeit gewählt haben.

Erfahrungsberichte von Sozialarbeitern im Job

Maren, Linda und Amelie arbeiten in verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit und möchten angehenden Fachkräften der sozialen Arbeit, wie Dir bei ihrem Einstieg helfen. Sie beschreiben ihre individuellen, ganz persönlichen Einstiegsvarianten in Ihren aktuellen Job als Sozialarbeiter beziehungsweise Sozialarbeiterin. Was genau es also bedeuten kann, erfolgreich in einen sozialen Beruf einzusteigen und den „passenden“ Job zu finden, haben sie für sich bereits herausgefunden:

Der Sprung ins kalte Wasser bei Sozialarbeiter-Jobs

Marens Botschaft: „Hab keine Angst davor, Neues auszuprobieren!“

Maren beschreibt ihre anfängliche Suche nach dem passenden Job in der sozialen Arbeit als schleppend. Sie hat über mehrere Wochen verschiedene Plattformen im Internet durchforstet. Ein wichtiges Kriterium bei der Suche nach einem Job im sozialen Bereich, war ihr vor allem die Wohnortnähe. Beworben hat sie sich als Sozialarbeiterin für mehrere Jobs in ganz unterschiedlichen Bereichen der sozialen Arbeit.

Schließlich kam für sie der „Glücksgriff“: nach einer Hospitation, einem telefonischen Vorstellungsgespräch und einem insgesamt sehr kurzen Bewerbungsprozess, arbeitet sie heute als Sozialarbeiterin Vollzeit in einer Reha-Klinik. In Ihrem Job als Sozialarbeiterin berät sie hier seit einigen Monaten Menschen mit psychosomatischen und orthopädischen Krankheits- und Störungsbildern im Kontext sozialrechtlicher Themen. Ihr Berufsalltag dreht sich vor allem darum, welche Leistungen ihre Klient*innen im Krankheitsfall beziehen können und welche Rechte sie haben. Um als Sozialarbeiterin die Patient*innen der Reha-Klinik kompetent beraten zu können, sind neben den Methoden der Gesprächsführung diverse Fachkenntnisse über zum Beispiel Kranken-, Pflege-, Rentenversicherung und über das Sozialgesetzbuch IX etc. notwendig. Der geschlossene Beratungsrahmen, sowie die vorgegebene Struktur gibt ihr als angehende Fachkraft der sozialen Arbeit Sicherheit und sie ist sehr glücklich mit der schnellen Entscheidung, die sie getroffen hat.

Ihr ist wichtig, dir als zukünftige Fachkraft der sozialen Arbeit mitzugeben, dass es sich durchaus lohnt, etwas Neues auszuprobieren und etwas zu wagen. Auch nach Abschluss des Studiums der sozialen Arbeitkannst du dir die Zeit nehmen, verschiedene Arbeitsbereiche der sozialen Arbeit kennenzulernen, die du vorher vielleicht noch nicht auf dem Schirm hattest. Laut Maren hat jede Tätigkeit in der sozialen Arbeit, die du kennenlernst ihren Wert und von jeder Erfahrung kannst du etwas für deine Zukunft als Sozialarbeiter im Job mitnehmen.

„Sprünge ins kalte Wasser“ wie im Fall von Maren, können sich also wirklich lohnen. Sich selbst, auch als Berufseinsteiger:in , etwas zuzutrauen und einen vermeintlich unbekannten Arbeitsbereich der sozialen Arbeit in der Praxis auszuprobieren ist eine erfolgversprechende Möglichkeit, einen passenden Job in der sozialen Arbeit zu finden.  Klar, am Anfang dieses Weges für einen möglichen Einstieg ins Berufsleben als Sozialarbeiter:in musst du eine extra Portion Mut aufbringen, doch am Ende könnte ein Job auf Dich warten, der dir wirklich Spaß macht, selbst wenn du vorher nicht damit gerechnet hast.

Den Erfahrungsschatz von sozialen Jobs nutzen

Lindas Rat: Mach den Praxistest! „Oft gehen die Vorstellung und die Realität der Praxis weit auseinander.“

Linda hat einen Sozialarbeiter-Job in Vollzeit bei der Diakonie. Im Ambulant Betreuten Wohnen besteht ihre Tätigkeit als Sozialarbeiterin vor allem darin, Menschen mit Behinderung, einer psychischen Störung oder einer Suchterkrankung in ihrem alltäglichen Leben zu unterstützen.

Schon im Praxissemester innerhalb ihres Studiums der sozialen Arbeit hat sie die verschiedenen Tätigkeiten in dieser Einrichtung kennengelernt und festgestellt, dass sie sich eine solche Arbeit für ihre berufliche Zukunft als Sozialarbeiterin im Job durchaus vorstellen kann. Während ihres Studiums hat sie zudem auf Minijob-Basis in diesem Feld gearbeitet und dadurch auch viele Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern geknüpft. Nach ihrem Abschluss hat sie schnell einen Job als Sozialarbeiterin im Ambulant Betreuten Wohnen im Bereich der Eingliederungshilfe bekommen.

Den Einstieg in ihren Job als Sozialarbeiterin beschreibt sie aufgrund ihrer Praxiserfahrung und Kontakte als reibungslos. Durch die vorherige Arbeit mit dem Team kannte sie bereits alle Mitarbeiter*innen und hat zum Start direkt eigenverantwortlich Menschen mit Behinderung unterstützen können. Sie ist mit ihrer Berufswahl sehr zufrieden und froh darüber, dass der Einstieg so gut verlief.

Die praxisnahe fachliche und persönliche Vorbereitung war für Linda der Schlüssel zum Erfolg, einen passenden Job als Sozialarbeiterin zu finden. Es gab ihr Sicherheit, sich ausführlich über die Arbeitsbereiche der Sozialen Arbeit zu informieren und so viele praktische Erfahrungen zu sammeln, wie möglich. Sie sagt, dass die Soziale Arbeit mit all ihren Ausrichtungen und Vertiefungsbereichen ein breites Spektrum an Möglichkeiten für Berufseinsteiger*innen der Sozialarbeit bereithält. Jede dieser Möglichkeiten ist verschieden und mit Hilfe praktischer Erfahrungen kann überprüft werden, inwieweit die Vorstellungen mit der Realität übereinstimmen. Ihre Überzeugung ist, dass du dich als angehende Fachkraft in der sozialen Arbeit schon jetzt für eine wundervolle Profession entschieden hast, „in der du wirklich etwas bewirken kannst“.

Die Erfahrungen, die du gesammelt hast, können helfen, einzuschätzen, was dir besonders gut liegt und was dir mit Blick auf deinen Job wichtig ist. Folgende Fragen haben Linda auf ihrem Weg als angehende Fachkraft der Sozialarbeit geholfen:

  • Welche Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit interessieren mich besonders?
  • Welche praktischen Erfahrungen im sozialen Bereich konnte ich bereits sammeln?
  • Mit welcher Zielgruppe arbeite ich am liebsten?
  • Welche Menschen haben mich auf meinem bisherigen Weg besonders inspiriert?
  • Welche Arbeitsfelder der Sozialarbeit möchte ich noch kennenlernen?
  • Welche Wünsche und Vorstellungen sind mir besonders wichtig?

Lindas Botschaft für angehende Fachkräfte in der sozialen Arbeit ist, dass es von großer Hilfe sein kann, sich intensiv mit der Theorie aber auch praxisnah mit dem Berufsfeld der Sozialarbeit auseinanderzusetzen. Praktische Erfahrungen als wertvollen Schatz zu verstehen, diese im Optimalfall stets zu erweitern und konkret für die Berufswahl zu nutzen.

Chancen als Sozialarbeiter erkennen und im Job ergreifen

Amelie macht dir Mut und sagt: „Du musst und kannst noch nicht alles wissen.“

Als eher „unklassisch“ beschreibt Amelie ihren Weg als Berufseinsteigerin in die Soziale Arbeit. In einem Praktikum bei einer örtlichen Betreuungsbehörde lernte sie die Arbeit als Berufsbetreuung, eine Art Vormund für volljährige Menschen, die nicht mehr geschäftsfähig sind, kennen. Sie blieb mit dem Geschäftsführer der Betreuungsbehörde weiterhin im Kontakt und er vermittelte sie nach ihrem Abschluss des Studiums der Sozialen Arbeit weiter. Heute arbeitet sie als Sozialarbeiterin in Teilzeit in einem privaten Betreuungsbüro und trifft Entscheidungen, erteilt Einwilligungen und übernimmt verwalterische und  administrative Tätigkeiten für ihre Klient*innen.

Schon im Studium interessierte sie sich vor allem für die Betreuungsfelder und ist sehr zufrieden mit ihrem jetzigen Job als Sozialarbeiterin, der ihr, wie sie es sagt, fast schon zugeflogen ist.

Die Option, als Sozialarbeiterin im Rahmen der gesetzlichen Betreuung zu arbeiten, hat sich u.a. durch die Beziehungen und Kontakte zu den Praktikern der sozialen Arbeit ergeben, die sie schon im Studium aufbauen konnte. Diese Chance allerdings auch zu erkennen und zu ergreifen, brachte ihr den Erfolg. Sie möchte Dir als Tipp mit auf den Weg geben, dass es sehr hilfreich ist, sich schon früh mit anderen Menschen zu vernetzen, seien es Mitstudierende, Dozent*innen, Kolleg*innen oder Vorgesetzte. Dieses Netzwerk kann neue Chancen ans Licht bringen und Dich bei deinem Weg als angehende Fachkraft der sozialen Arbeit unterstützen.

Amelie wünscht sich von Berufseinsteiger*innen, dass sie Hilfe einfordern, sollte diese benötigt werden. Auch nach dem erfolgreichen Abschluss hast Du das Recht auf eine Einarbeitungszeit durch Deinen Arbeitgeber. Eine gelingende Einarbeitung ist für alle von Vorteil. Sie ist davon überzeugt, dass Fragen stellen und die Erkenntnis, dass Du als Berufsanfänger*in noch nicht alles wissen kannst und auch nicht musst, der Schlüssel ist, um die zu Dir passende Tätigkeit zu finden. Also nur Mut, stellt Fragen!

Fazit für Sozialarbeiter im Job: Welcher Weg der richtige ist…

entscheidest vor allem DU. Fest steht: Jeder Weg kann zu Deinem passenden Job in der Sozialen Arbeitführen und die größte Herausforderung ist, den ersten Schritt zu gehen. Als angehende Fachkraft der Sozialen Arbeit hast Du buchstäblich die Qual der Wahl. Sieh diese Vielfalt doch als Chance, einen tollen, erfüllenden und sinnstiftenden Job zu finden! Eine offene und neugierige Haltung kann Dir dabei helfen, die für dich richtigen Fragen zu stellen. Ob ein Sprung ins kalte Wasser, ein lang geplantes Vorhaben oder etwas dazwischen – jede Erfahrung, die du während deines Studiums oder Einstieg ins Berufsleben sammelst, ist von Bedeutung.

Über die Autorin

Hi, ich bin Michelle! Als staatlich anerkannte Erzieherin und Studentin der Sozialen Arbeit an der ASH Berlin schlägt mein Herz neben digitalen Trends, Nachhaltigkeit und Musik vor allem für Soziales. Während meines Freiwilligendienstes hat sich sehr schnell der Wunsch entwickelt, Sozialarbeiterin zu werden und ich würde am liebsten in jeden Bereich reinschnuppern.

 

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