So klapp´s: Bewerbung als Sozialarbeiter

Du hast dich entschieden und möchtest dich als Fachkraft bei einem oder mehreren Arbeitgebern in der Sozialen Arbeit bewerben? Rund um den Bewerbungsprozess vom Start bis zum Ziel entstehen viele Fragen, auf die ich Antworten für dich habe.

  • Was erhöht deine Chancen, eine Zusage auf deine Bewerbung als Sozialarbeiter zu erhalten?
  • Wie machst du „Werbung“ für dich als Fachkraft der Sozialen Arbeit und bleibst dabei authentisch?

So geht es vielen von uns: Die ersten Schritte in Richtung Ziel zu deinem neuen Job als Sozialarbeiter sind häufig mit großer Unsicherheit und mit der Angst vor Fehlern verbunden. Mach dich locker! Diese Verunsicherung ist in der Regel unnötig. Vielleicht gelingt es mir, dir Sicherheit und Selbstbewusstsein zu vermitteln.

Ich stelle dir dafür die wichtigsten Bestandteile einer Bewerbung als Sozialarbeiter vor. Außerdem zeige ich dir eine besondere Form der Initiativbewerbung und gebe dir Tipps für deine Originalität, damit du sicher und informiert in deinen Bewerbungsprozess starten kannst.

Welche Bestandteile hat eine Bewerbung für den Bereich soziale Arbeit?

Achte auf diese Wörter!

Die Stellenausschreibung verrät dir meistens sehr genau, welche Bestandteile von der:dem jeweiligen Arbeitergeber:in gewünscht werden. Diese solltest du in deiner Bewerbung für den Bereich der sozialen Arbeit berücksichtigen. Achte hierbei auch auf die Formulierungen „aussagekräftig“ / „ausführlich“ oder „kurz“.

Die folgenden Bestandteile einer Bewerbung sind am häufigsten gefragt und geben den Verantwortlichen Auskunft darüber, ob sie dich in die engere Auswahl für das Bewerbungsverfahren als Sozialarbeiter nehmen und dich zu einem gegenseitigen Kennenlernen einladen.

Das Bewerbungsschreiben als Sozialarbeiter

Deine Bewerbung kann deinen Wunscharbeitgeber, den Träger oder die soziale Einrichtung deiner Wahl, auf mehreren Wegen erreichen: analog, in gedruckter Form per Post bzw. durch persönliche Übergabe oder digital.  d.h. elektronisch, per Mail oder über ein Kontaktformular der Karrierewebsite oder des Stellenportals. Theoretisch gibt es hierfür kein richtig oder falsch, Hauptsache vollständig. Wobei eine digitale Bewerbung als Sozialarbeiter zeitgemäß ist.

Bei beiden Varianten steht das Anschreiben an erster Stelle und gibt dem:der Arbeitergeber:in in Form eines kurzen Textes Auskunft über dich, deine Qualifikation und vor allem über deine Motivation dich zu bewerben.

Das Anschreiben sollte grundsätzlich folgende Fragen beantworten und Informationen beinhalten:

  • Wo bewirbst du dich? (Adresse der Einrichtung / des Trägers)
  • Wie ist deine Anschrift und wie bist du zu erreichen?
  • Auf welche konkrete Stelle bewirbst du dich als Sozialarbeiter?
  • Warum bewirbst du dich und warum passt du zu dieser Stelle?
  • Welche Voraussetzungen für den Job als Sozialarbeiter erfüllst du?
  • Ab wann bist du für den Berufseinstieg verfügbar?
  • Grußformel und Bitte, um ein persönliches Gespräch
  • Unterschrift, Datum, Ort

Verweis auf die Anlagen / den Anhang

Wichtig:

Die Bewerbung als Sozialarbeiter:in wird in Stellenanzeigen mehr und mehr in elektronischer Form gewünscht. Der Verwaltungsaufwand ist einfach geringer und der Prozess insgesamt ist schneller.

Wenn du dich elektronisch bewirbst, benötigst du in deiner Online-Bewerbung häufig kein Anschreiben als separate Datei im Anhang – in dem Fall formulierst du das Anschreiben nämlich direkt im Textfeld der Mail. Aus Erfahrung ein Tipp von mir: Schreibe auch dieses Anschreiben, welches „nur“ in das Textfeld der Bewerbung eingegeben wird, nicht aus dem Stehgreif. Schreibe es besser an anderer Stelle vor und kopiere es dann hinein. Oft verbirgt sich doch noch ein Tippfehler oder du stellst nach dem Versand fest, dass du etwas Wichtiges vergessen hast zu erwähnen.

Die konkrete Stellenbezeichnung packst du einfach in die Betreffzeile. Die weiteren Unterlagen kommen, wenn nicht anders gewünscht, am besten als PDF-Dateien in den Anhang der Mail oder des Kontaktformulars.

Tipp: Nur eine Datei

Mit nur einer Datei als Anlage, in der alle Dokumente zusammengefasst gespeichert sind, erleichterst du dem Empfänger die Arbeit. Achte darauf, dass das Datenvolumen Anlage nicht zu groß wird. (max. 3 MB sind ein guter Richtwert)

Tabellarisch oder ausführlich - der Lebenslauf in der Bewerbung der sozialen Arbeit?

Immer häufiger wird seitens der Einrichtungen lediglich der tabellarische Lebenslauf als Dokument verlangt, da die wichtigsten Informationen über dich auf einen Blick für den Bewerbungsprozess erkennbar sind. Stell dir deinen Lebenslauf als Steckbrief vor, der auf ein bis maximal zwei Seiten über folgende Dinge Auskunft geben sollte:

  • Persönliche Daten und Kontaktdaten,
  • schulische / berufliche Laufbahn,
  • Praktika und Nebenjobs / Ausbildung und/oder Studium sowie
  • zusätzliche Fähigkeiten und besonderes Wissen, wie Sprach- oder PC-Kenntnisse.

Achte bei der Darstellung deiner Laufbahn auf die Chronologie und gib die jeweiligen Zeiträume so an, dass deine aktuelle Tätigkeit (Beispiel: Studium der Sozialen Arbeit B.A. seit Oktober 2018 bis heute) an erster Stelle steht.

Selten wird ein ausführlicher Lebenslauf in Textform gefordert. Solltest du diesen erstellen müssen, orientiere dich am besten auch an einer tabellarischen Übersicht und formuliere ganze Sätze aus den einzelnen Punkten.

Keine Angst vor Lücken

Längst überholt ist die vermeintliche Erwartung auf einen lückenlosen Lebenslauf. Das erweist sich häufig als unbegründet. Konzentriere dich bei dem Erstellen der deiner Bewerbung als Sozialarbeiter immer auf das, was du hast und nicht auf das, was du vielleicht nicht hast.

„Die dritte Seite“ - Das Motivationsschreiben

Neben den grundlegenden Bestandteilen wird manchmal nach einer weiteren Seite gefragt, dem Motivationsschreiben. Dieses ordnet sich hinter dem Anschreiben und dem Lebenslauf ein und ist zwar ähnlich strukturiert wie das Anschreiben, nur mit unterschiedlichem Fokus und unterschiedlicher Länge.

Während das Anschreiben kurzgehalten ist und die wichtigsten Punkte zusammenfasst, kannst du in einem Motivationsschreiben wesentlich mehr Details einbringen.

Dein Motivationsschreiben in der Bewerbung als Soialarbeiter kann folgendes beinhalten:

  • Deine persönlichen Ziele: Warum hast du diese Ausrichtung in der Sozialen Arbeit gewählt?
  • Fähigkeiten und Kompetenzen: Welche Eigenschaft von dir findest du für die ausgeschriebene Stelle als Sozialarbeiter am wichtigsten? Mach keine lange Sammlung aller möglichen Eigenschaften. Konzentriere dich auf deine wesentlichsten, wenn nicht sogar auf DIE wesentliche Kompetenz.
  • Wünsche und Vorstellungen: Hast du Erwartungen an den neuen Job als Sozialarbeiter? Welche Stärken hoffst du, ausbauen zu können?
  • Erfahrungen: Hier ist auch Platz für konkrete praktische Erfahrungen, die du beispielsweise in einem Praktikum gesammelt hast und dich nachhaltig beeinflusst

Achte darauf, dass das Anschreiben und das Motivationsschreiben nicht widersprüchlich zueinander sind. Dinge, die in deinem Anschreiben zu kurz gekommen sind, kannst du in einem Motivationsschreiben umso detaillierter beschreiben, doch versuche wörtliche Wiederholungen zu vermeiden.

Zusätzliche Informationen zum Schluss deiner Bewerbung - Die Anlagen / der Anhang

Für alle zusätzlichen Unterlagen ist es besonders hilfreich, dich nach dem Motto „Qualität statt Quantität“ zu richten - denn weniger ist oftmals mehr. Achte auch hierbei unbedingt auf die Dinge, die in der Stellenausschreibung erwähnt werden wie z.B. der Nachweis über deinen akademischen / beruflichen Abschluss als Sozialarbeiter:in.

Grundsätzlich ist hier ein guter Platz für Dokumente, die abgestimmt auf die jeweilige Stelle für deine Eignung und deine Person sprechen.

  • Teilnahmebestätigungen von Fortbildungen
  • zusätzliche Qualifikationsbelege durch Weiterbildungen
  • sowie Nachweise über deine bisherige praktische Erfahrung durch Nebenjobs und Praktika
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen oder privat, die zu der Stellanzeige dieser Bewerbung als Sozialarbeiter passen

Wenn nicht anders gefordert, sollten deine Bewerbungsanlagen zusätzlich zum Anschreiben nicht mehr als drei bis vier weitere Dokumente beinhalten.

Die Initiativbewerbung als Sozialarbeiter:in

ist eine besondere Form der Bewerbung. Du hast zum Beispiel bei der Internetrecherche soziale Träger oder Einrichtungen entdeckt, die Dich konzeptionell besonders ansprechen und bei denen du gerne arbeiten würdest. Stellst aber dann fest, dass aktuell keine konkrete Stelle als Sozialarbeiter ausgeschrieben ist.

Dann ist diese Form der Bewerbung dein way to go. Wie der Name schon sagt, bewirbst du dich aus eigener Initiative und bekundest dein großes Interesse an der Tätigkeit in diesem Arbeitsfeld. Viele Stellen und Positionen werden nämlich nicht konkret ausgeschrieben. Hierbei gelten inhaltlich dieselben Richtlinien, wie bei den herkömmlichen Bewerbungen, allerdings sollte sie kurz gehalten werden. Der:die potentielle Arbeitergeber:in erhält somit einen Überblick über deine Qualifikation und sollte eine passende Stelle frei werden, sind deine Unterlagen direkt zur Hand.

Diese Art der Bewerbung lohnt sich vor allem, wenn du einen längeren Atem hast und du den Job nicht schon „nächste Woche“ benötigst.

Nutze deine persönliche Werbefläche

zu deinem Vorteil!

Muster für alle Bestandteile einer Bewerbung als Sozialpädagoge findest du zahlreich im Internet. An deren Struktur kannst du dich orientieren. Aber: Versuche diese Vorlagen vorrangig als Inspiration zu nutzen und der Bewerbung dann deinen eigenen Schliff zu verpassen.

Originalität und Individualität gelten als besonders gefragt. Schreibe am besten nichts, von dem du selbst nicht überzeugt bist und sieh die Bewerbung nicht nur als bürokratisch notwendige Hürde an.

Tipp: Falls dir zu deiner Person und Fachlichkeit einfach nichts einfallen will, sprich mit Freunden, Umfeld und Familie und lass dir sagen, was du zu bieten hast.

Hilfreiche Vorlagen für deine Bewerbung als Sozialarbeiterin

Hilfreiche Empfehlungen mit Mustern und weiteren Tipps:

https://bewerbung.com/anschreiben-aufbau-inhalt/
https://www.die-bewerbungsschreiber.de/online-bewerbung https://www.bewerbung-tipps.com/
https://www.youtube.com/watch?v=oSvDFaPJZbc

Check den potentieller Arbeitgeber und baue Infos in deine Bewerbung ein

Wenn du die Möglichkeit hast, versuche dich über den Träger oder die Einrichtung genauer zu informieren. Auf der Website der sozialen Organisation findest du meistens die konzeptionellen Schwerpunkte. Diese helfen dir, deine Bewerbung der sozialen Arbeit auf die für dich interessante Stelle abzustimmen.

Auch das Leitbild oder Publikationen bieten Informationen, an die du direkt im Anschreiben oder Motivationsschreiben anknüpfen kannst. Welche Eigenschaften der Tätigkeiten interessieren dich besonders? Welche Ressourcen und Kompetenzen könntest du in deinem Berufsalltag in dieser Stelle anwenden? Wie kann dir die Stelle bei deiner persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung helfen? Welche besonderen Kompetenzen bringst du als Sozialarbeiter mit?

Dieser persönliche Touch wird deinen Text deutlich von Mustertexten abheben und deine Chancen für eine Zusage erhöhen sich deutlich, wenn du deinen eigenen Stil findest und anwendest.

Tipp: von Werbetextern lernen. Wechsel deine Perspektive!

Warum können Werbetexter so gute Texte schreiben? Steffi ist Kommunikationsdesignerin und verrät Dir folgenden Kniff, der besonders gut für das Anschreiben und Motivationsschreiben geeignet ist: Versetz dich in die Lage der Person, die deine Bewerbung erhält. Stell dir die Mitarbeiterin des Trägers deiner Wahl so konkret wie möglich vor. Gib ihr einen Vornamen und setze sie in Gedanken auf einen Stuhl am Schreibtisch. Stell dir vor, wie sie deine Bewerbung öffnet und liest.

Begib dich in die ihre Perspektive: Was würdest du dir von einer Bewerbung wünschen und welchen Rat würdest du Bewerber:innen geben? Schreib alles auf, was dir einfällt. Wirklich alles. Das Beste kommt meistens erst viel später, weil du anfangs von Klischees ausgehst, von denen du glaubst, dass sie gesagt werden müssen. Anschließend kürzt du das Schreiben wieder auf die Wesentlichen Inhalten, die aus deiner Sicht zu 100% zu dir passen und mit denen du dich wohl fühlst.

Wähle auf diese Art auch deinen Anhang aus? Was würde dich als Mitarbeiterin der sozialen Organisation überzeugen, dich einzuladen?

Stellenausschreibung richtig gelesen und auch nichts vergessen?

Du benötigst Impulse, die dir helfen, Stellenausschreibungen richtig zu werten? Hier habe ich Dir im Artikel „Stellenausschreibungen richtig lesen“ aufgezeit, worauf Du achten solltest.

Und nach der Bewerbung als Sozialarbeiter? Das sind die nächsten Schritte.

Wenn du eine positive Rückmeldung auf deine Bewerbung erhalten hast, kannst du die nächsten Schritte in Richtung Job gehen.

Neben telefonischen oder persönlichen Vorstellungsgesprächen können sich Hospitationen und Probearbeitstage lohnen. Sie fördern das gegenseitige Kennenlernen. Du kannst wichtige Randkriterien wie den Weg zur Arbeit, das Kollegium oder den Stresspegel austesten. Deinen neuen Aufgabenbereich und die Tätigkeit als Sozialarbeiter in der Einrichtung lernst du direkt und praxisnah kennen. Das alles kannst du natürlich auch innerhalb der Probezeit austesten. Aber mit diesem Schnellüberblick kannst du dich viel bewusster für oder gegen den Job entscheiden oder einen anderen Job annehmen, wenn du noch unentschlossen bist.

Sollte keine Hospitation oder ein Probearbeiten möglich sein, frag nach der Möglichkeit, dich mit einer bereits dort arbeitenden Fachkraft persönliche, telefonisch oder per Mail austauschen zu können. Diese Perspektive kann dir helfen deine Erwartungen und Wünsche mit den Informationen abzugleichen, die du auf diesem Wege erhältst.

Deine Bewerbung als Sozialarbeiter aus Sicht des Arbeitgebers

Interessant ist für dich und deinen Bewerbungsprozess als Sozialarbeiter:in sicher auch ein Einblick in die Sichtweise von Arbeitgebern. Nico arbeitet seit vielen Jahren als Sozialarbeiter, Teamleiter und Geschäftsführer im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. In dieser Zeit hat er diverse Bewerbungsprozesse begleitet und möchte dir Mut machen:

  1. Als Arbeitgeber im Bewerbungsprozess eine (richtige) Entscheidung zu treffen ist eine Aufgabe, die manchmal leicht aber in der Regel eben nicht leicht ist.
  2. Alle ernst gemeinten Bewerbungen lösen beim Arbeitgeber Freude aus und werden aufmerksam bearbeitet.
  3. Im Bewerbungsprozess gilt für Arbeitgeber:in und Bewerber:in bestmöglich abzuwägen und ehrlich, weitsichtig und aufmerksam zu prüfen, ob Bewerber:in und Aufgabenbereich/ Organisation passen. Auch du kannst und sollst dich gegen den Aufgabenbereich entscheiden, wenn du Bedenken hast.
  4. Arbeitgeber:innen möchten gern Verbindlichkeit und Planungssicherheit. Formal ist die Probezeit dafür vorgesehen, zu testen, ob das Arbeitsverhältnis passt. Allerdings ist im sozialen Bereich Beziehung und Beziehungskontinuität wichtig. Es gilt daher zu vermeiden, dass Arbeitsverhältnisse geschlossen und dann doch wieder schnell enden.
  5. Last but noch least: Sei dir gewiss, viele Arbeitgeber:innen haben im Rahmen des Bewerbungsprozesses hohe Erwartungen an sich als Organisation – und ggf. sind sie (auch) ein wenig aufgeregt, nervös und angespannt.

Über die Autorin

Hi, ich bin Michelle! Als staatlich anerkannte Erzieherin und Studentin der Sozialen Arbeit an der ASH Berlin schlägt mein Herz neben digitalen Trends, Nachhaltigkeit und Musik vor allem für Soziales. Während meines Freiwilligendienstes hat sich sehr schnell der Wunsch entwickelt, Sozialarbeiterin zu werden und ich würde am liebsten in jeden Bereich reinschnuppern.

 

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