San Giovanni Onlus e.V.

San Giovanni Onlus e.V.
 
Ansprechpartner_in
Roland Maidhof-Betker, Angelika Seifert
Strasse und Hausnummer
Dietrichstraße 16a
Postleitzahl, Ort
55491 Wahlenau
Telefonnummer
0654381856-10 015128734468
Fax
0654381856-11
Homepage
www.sangiovannionlus.com/
Dachverband
- kein Dachverband -
 

Konzeption Kinderwohngruppe Wahlenau (überarbeitet am 24. August 2018)

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Träger der Einrichtung

Leitbild

Standort und Einrichtung

Team und die Mitarbeiterstruktur

Zielgruppe und Aufnahmeprocedere

Ausschlusskriterien

Pädagogische Zielvorstellungen

Pädagogische Angebote

Pädagogische Prozesse und Strukturen

Kontakt

NetzwerkpartnerInnen

Vorwort

Wir betreiben in der Gemeinde Wahlenau auf dem ehemaligen Aussiedlerhof in der Diet-richstraße 16/16a, auf der Grundlage des § 27 SGB VIII i.V. mit §§ 34 und 41, in Absprache mit den fallzuständigen Jugendämtern mit der „Kinderwohngruppe Wahlenau“ eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung für Kinder mit herausforderndem Verhalten im persönlichen, sozialen und schulischen Bereich. Um eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie der Alltag in einer derartigen Einrichtung gestaltet werden soll, stellen wir dies in diesem Konzept an Hand unseres Leitbildes und einer Übersicht der von uns erbringbaren Leistungen dar.

Träger der Einrichtung

Der gemeinnützige Verein San Giovanni Onlus e.V. ist im Jahre 2008 gegründet worden und betreibt seitdem soziale Projekte. Den Beginn machte eine Jugendhilfeeinrichtung in Italien, in der Jugendliche mit herausforderndem Verhalten aus Deutschland, Luxemburg und Italien betreut wurden. Es folgte der Betrieb einer Einrichtung in Deutschland, in der Asylbewerber-familien mit Kindern beherbergt und vom Verein sozial betreut wurden. Im November 2016 erwarb der Verein einen Aussiedlerhof im Hunsrück, in dem nun bis zu neun Kindern mit herausforderndem Verhalten betreut werden. Von der Grundausrichtung gehört San Giovanni Onlus e.V. zu den individualpädagogisch orientierten Trägern.Individualpädagisch zu arbeiten bedeutet für uns, die Maßnahmen auf die Bedürfnisse und Kapazitäten der zu Betreuenden auszurichten und nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe Menschen in Ihren Kompetenzen soweit zu stärken, dass sie Teil der Gemeinschaft werden und ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen können.

Leitbild San Giovanni Onlus e.V.

San Giovanni Onlus e.V. bietet seine Dienste generationen- und gesellschaftsgruppenübergrei-fend an und will ebenso Menschen mit Behinderungen helfen.In der „Kinderwohngruppe Wahlenau“ sollen die jungen Menschen habilitiert werden, das heißt, sie sollen zu dem befähigt werden, was in Ihnen angelegt ist, Ihnen aber aufgrund fehlender Chancengleichheit verwehrt bzw. durch gesellschaftlich zugemutete oder individuell erfahrene Ohnmacht nicht entfaltet werden konnte. Die Hilfen des San Giovanni Onlus e.V. orientieren sich dabei an den Ressourcen der Kinder und sind nicht an deren Defiziten ausgerichtet. Dementsprechend fördern unsere MitarbeiterInnen die individuellen Stärken und Fähigkeiten jedes Einzelnen, insbesondere den Aufbau von Identitätsstiftendem Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl sowie die Steigerung sozialer Handlungskompetenzen.Innerhalb eines schützenden Rahmens, der Raum für die individuellen Bedürfnisse und die indi-viduelle Entwicklung der Kinder lässt, bieten wird den Kindern stabile, verlässliche Beziehungen an, um die Entwicklung sicherer Bindungsmuster und allgemein tragfähiger Beziehungen zu be-günstigen. Wir arbeiten hierbei nicht mit einer geschlossenen Theorie, sondern in einem auf das4jeweilige Individuum zugeschnittenen Handlungsstil, der sowohl auf Förderung von Selbstver-antwortung für die eigene Biographie als auch auf den Respekt der Unversehrtheit Anderer setzt, eingebunden in humanistische und sozial-ethische Norm- und Wertorientierungen. Wir erwarten von allen MitarbeiterInnen, dass sie jede Person ohne Vorbehalte annehmen und sich ihr profes-sionelles Handeln an der Würde und dem Wert einer Person sowie deren Integrität und Kompe-tenzen orientiert. Hierfür begleiten unsere Fachkräfte die jungen Menschen im Dialog und als Vorbild, wobei individuelle und teamspezifische Haltungen und Handlungen immer wieder re-flektiert und transparent gemacht werden. Dies erreichen wir durch fachlich qualifizierte Super-vision von dritter Seite und Selbstreflexion des Teams.Darüber hinaus möchten wir einen bildungspolitischen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Junge Menschen sind unsere Zukunft als diejenigen, die künftig unsere Gesellschaft gestalten und prägen. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund stehen sie im Zentrum unserer Arbeit. San Giovanni Onlus e.V. versteht Erziehung und die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen als eine notwendige Investition für die Jugendlichen und die Gemeinschaft.

Standort und Einrichtung

Die „Kinderwohngruppe Wahlenau“ ist in einem ehemaligen Aussiedlerhof in ländlicher Lage in der Ortsgemeinde Wahlenau eingerichtet. Der Ort gehört der Verbandsgemeinde Kirch-berg im Rhein-Hunsrück-Kreis in Rheinland-Pfalz an.Bei dem Hof handelt es sich um zwei Wohnhäuser mit Innenhof, umgeben von einem ca. 2500 m2 großen Gelände. Das Kinderwohnhaus Nr. 16a verfügt mit insgesamt über ca. 170 m2 Wohnfläche in 3 Einzel- und 3 Doppelzimmern sowie 2 großen Wohn-, Spiel-, Ess-, und Auf-enthaltsräumen und vier geräumigen Bädern über ausreichend Raum zur Aufnahme von neun Mädchen und Jungen im Alter von 6-13 Jahren sowie für ein Büro und Rückzugsmög-lichkeit für die betreuende Fachkraft. Im zweiten Haus, Nr. 16, wohnt die beiwohnende Fachkraft, wir halten dort zwei weitere Zimmer für Krisenintervention vor, jeweils ein Zimmer für das entsprechende Kind und ein Zimmer für die über Tag und Nacht betreuende Fachkraft. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Einrichtung liegt der gemeindeeigene Kinderspielplatz. Waschküche, Terrasse, Werkstatt, Scheune für eine sinnvolle Freizeitgestaltung, Garten, Weiden und ein Stall für die Haltung von Hühnern, Ziegen und Equiden ergänzen das innerhäusliche Raumangebot um Betätigungsfelder im Außenbereich. Das Grundstück bietet somit auch ausreichend Platz für Außenaktivitäten. An der Versorgung der Tiere beteiligen sich die Kinder im Sinne einer ökosozialen Lebensführung.Die Versorgung der Kinder erfolgt durch die Hauswirtschafterin und das Betreuerteam, wobei die Kinder, ihrem Entwicklungsstand und ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend, in die Gestaltung des Speiseplans, den Wocheneinkauf und in Form von Küchendiensten und Kochgruppen aktiv eingebunden werden. Die Orte Büchenbeuren und Sohren liegen rund vier bzw. sechs Kilometer entfernt. Dort befinden sich die Grundschule und die Realschule plus mit integrierter Fachoberschule, er-reichbar mit Schulbussen. Lebensmittelgeschäfte, Ärzte, Sportanlagen und Schwimmbad gibt es ebenfalls in Büchenbeuren und Sohren. Die Städte Kirchberg und Simmern sind gut erreichbar und bieten zahlreiche Schulformen sowie alle nötigen Einrichtungen des öffentli-chen und sozialen Lebens. In Simmern können unsere Kinder die Hunsrückschule Simmern - Schule mit Förderschwerpunkt Lernen -, in Kirchberg die Sperlingsbergschule - eine Schule zur Lernförderung –, in Traben-Trarbach die Martin Luther King Schule, in der SchülerInnen, bei denen ein besonders hoher Förderbedarf hinsichtlich der sozialemotionalen und schul-fachlichen Ziele besteht, besuchen, sofern dort entsprechende Schulplätze frei sind. Eingerahmt von Mosel, Nahe, Rhein und Saar beschreibt der Hunsrück eine reizvolle Land-schaft aus Wäldern, Tälern und Wiesenauen, die zu vielfältigen, erlebnisorientierten Freizeitmöglichkeiten einlädt. Der Aspekt der Sozialraumorientierung wird in der Einrichtung großgeschrieben. Je nach Si-tuation und Bedarf werden die vorhandenen Ressourcen im sozialen Nahraum genutzt und die Kinder in die vorhandene soziokulturelle Umgebung (z.B. Dorfkultur) eingebunden. Die Einrichtung strebt eine aktive Vernetzung der KlientInnen mit der regionalen Infrastruktur und eine Teilhabe am Gemeindeleben (z.B. in Form der Beteiligung an Dorfaktivitäten und der Mitgliedschaft in Vereinen) an.

Team und die Mitarbeiterstruktur

Die Leitung der „Kinderwohngruppe Wahlenau“ besteht aus der pädagogischen und der Geschäftsleitung. Die Pädagogische Leitung, bzw. deren Vertretung, vertreten sich im Bedarfsfall gegenseitig. Laut der am 30.08.2017 erteilten Betriebserlaubnis und den ergänzenden Bemerkungen des Landesjugendamtes dürfen wir mit 4,5 VK bis zu sechs und mit 5,5 VK bis zu neun Kindern betreuen. Ergänzt wird das Team durch eine Hauswirtschaftskraft und einen Landschaftsgärtner, der auch für die Versorgung der Tiere und als Hausmeister verantwortlich ist. An tierischen Mitarbeitern stehen Ziegen, Ponys und ein Gruppenhund zur Verfügung. Die Betreuung der Kinder erfolgt durch das Team und die beiwohnende Soziale Fachkraft, die unterstützt wird von weiteren externen fachlich qualifizierten Pädagogischen, Sozialen und Handwerklichen Fachkräften. Die MitarbeiterInnen sind zuständig für den gesamten sozialpädagogischen und organisatorischen Ablauf in der Gruppe. Die pädagogischen Fachkräfte werden durch eine hauswirtschaftliche Mitarbeiterin und weitere unterstützende Fachkräfte in der Arbeit mit den Tieren entlastet. Die Konzeption sieht hier auch den Einbezug der Kinder sowie das Arbeiten mit den Mitteln der tiergestützten Pädagogik vor. Ombudsfrau für Beschwerden der Kinder im Sinne des § 8a SGB VIII ist eine externe Soziale Fachkraft. Näheres hierzu siehe Kapitel 10, „Schutzauftrag nach § § 8a des SGB VIII / Beschwerdemanagement“. Die Betreuung erfolgt rund um die Uhr im Rahmen eines kontinuierlichen Beziehungsangebotes. Das Einrichtungsteam erstellt einen verbindlichen Dienstplan, aus dem Vertretungszeiten, Supervision, Urlaubzeiten, Weiterbildungen, Bereitschaftsdienste etc. ersichtlich sind. Während der Kernzeiten sind je nach Bedarf zwei Mitarbeitende im Dienst. Die Betreuung in der Nacht wird durch Bereitschaftsdienste bzw. die innewohnende Fachkraft abgedeckt.Das Personal wird so eingesetzt, dass genügend Zeit für Doppelbesetzung in bestimmten Betreuungszeiten und für Übergaben gewährleistet ist. Die Mitarbeiterlnnen wissen, wo sich die Kinder außerhalb der Wohngruppe aufhalten. Es existiert eine Rufbereitschaft, so dass die jeweils verantwortlichen MitarbeiterInnen jederzeit erreichbar sind. Durch das Mitarbeiterteam wird dafür Sorge getragen, dass die ihnen anvertrauten Klienten regelmäßig ärztlich betreut werden. Für Notfälle existiert ein Notfallplan. Bei Bedarf, im Rahmen einer Krisenintervention einzelne Kinder unserer Einrichtung kurzzeitig außerhalb des Wohnhauses Dietrichstraße 16a unterzubringen, stehen im Haus Dietrichstraße 16, 1. OG zwei Zimmer zur Verfügung, jeweils eines für das betreffende Kind und eines für die über Tag und Nacht dieses Kind betreuende Fachkraft. Das Zimmer für das Kind ist kindgerecht eingerichtet, es befinden sich darin ein Bett, ein Tisch, 2 Stühle und widerstandsfähige Spielsachen, das Badezimmer befindet sich auf dem gleichen Stockwerk. Bei Bedarf, einzelne Kinder auf deren Wunsch bei besonderer Belastung temporär außerhalb der Wohngruppe im Rahmen einer Auszeit unterzubringen, steht uns hierfür eine Dipl. Soz. Pädagogin in Piea (AT) Italien und deren Setting zur Verfügung, das wir in Absprache mit dem fallzuständigen Jugendamt nutzen können.

Zielgruppe und Aufnahmeprocedere

Bei der „Kinderwohngruppe Wahlenau“ handelt es sich um eine Einrichtung in ländlicher Umge-bung, in der Kinder von 6 bis 13 Jahren nach folgenden rechtlichen Grundlagen aufgenommen und betreut werden sollen: Hilfe zur Erziehung in einer Einrichtung über Tag und Nacht (Heimerziehung) nach § 27 SGB VIII i.V. mit §§ 34 und 41. Die Zielgruppe unserer stationären Angebote sind Kinder beiderlei Geschlechts im Alter von 6-13 Jahren, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden, aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie leben können und daher einen sicheren Rahmen und einen Ort der Entlastung als zeitlich befristete Unterstützung in Form einer alternativen Lebensform in einer Wohngruppe und/oder eine sozialpädagogische und therapeutische Begleitung mit dem Ziel der Rückkehr in die Familie oder eine längerfristige Perspektive benötigen. Die Aufnahme in die Wohngruppe erfolgt auf freiwilliger Basis und nach Überprüfung des Einzelfalls durch das Einrichtungsteam. Vorausgesetzt wird die Bereitschaft der KlientInnen sich in die Gruppenstruktur zu integrieren und sich auf die Maßnahme einzulassen sowie an deren Erfolg mitzuarbeiten.

Das Aufnahmeverfahren beginnt in der Regel mit einer Anfrage der zuweisenden Stelle bei der Einrichtung. Es folgen Gespräche mit dem zuständigen Jugendamt, dem Amt für soziale Angelegenheiten, sowie eine Sichtung der für die Aufnahme relevanten Unterlagen und des Hilfeplanverfahrens. Die bisherigen Ziele und Maßnahmen werden zur Vorbereitung des Hilfeplans schriftlich dokumentiert und ein erstes Gespräch mit dem Kind, der anfragenden Stelle und den bisherigen Bezugspersonen geführt. Anschließend erhalten die KlientInnen ausführliche Informationen über das Leben in der Wohngruppe einschließlich der damit ver-bundenen Rechte und Pflichten. Um die Problemlage besser erfassen zu können, erhalten sowohl das Kind als auch dessen Familie bzw. bisherige Bezugsperson die Möglichkeit, ihre Sichtweise darzustellen. Nach einer Bedenkzeit von wenigen Tagen trifft die Gruppenleitung eine Entscheidung über die Aufnahme. Im Falle einer positiven Entscheidung kommt es zum Gegenbesuch des Klienten/der Klientin, um die in der Wohngruppe lebenden Kinder sowie die Mitarbeiterlnnen kennenzulernen und sich mit der neuen Lebensform auseinanderzusetzen zu können, um schließlich mit der Familie bzw. der derzeitigen Bezugspersonen, dem Maßnahmenträger sowie dem Jugendamt eine eigenständige Entscheidung treffen zu können. Die Festlegung der Bezugserzieherschaft erfolgt bereits vor Aufnahme der KlientInnen, so dass die jeweilige Fachkraft bereits in das Aufnahmeverfahren eingebunden werden kann. Neben dieser Person ist immer eine zweite Fachkraft in der Funktion der Co-Bezugserzieherschaft zuständig. Ein Wechsel ist grundsätzlich möglich, wenn wesentliche Gründe dafür bestehen. Das Kind wird in diesen Entscheidungsprozess einbezogen.Das Einzugsgebiet ist in der Regel regional, kann aber in Ausnahmefällen auch überregional bzw. bundes- oder europaweit sein.7. AusschlusskriterienVon der Aufnahme ausgeschlossen sind Kinder und Jugendliche, bei denen eine massive Drogenproblematik oder/und Suchtmittelabhängigkeit oder eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung oder Störungen, die nur in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik behandelt werden können, vorliegen.

Pädagogische Zielvorstellungen

Gestaltung eines Schutzraumes und Aufbau positiver Beziehungen. Insbesondere für Kinder mit traumatischen Erfahrungen und/oder großen Vertrauensdefiziten sind neben einer intensiven fachlichen Betreuung auch ein konstanter und überschaubarer Bezugsrahmen sowie feste Bezugspersonen als Anker besonders relevant. Unsere Einrichtung legt großen Wert darauf, dass die Kinder in einer emotional warmen Atmosphäre ankommen, in der sie Ruhe finden können. Durch das familienanaloge Zusammenleben werden den Kindern die Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung sowie ein geschützter Raum mit ausreichend Zeit für persönliche Bedürfnisse und Interessen geboten. In einer Atmosphäre von Respekt, Sicherheit und Schutz werden die KlientInnen individuell begleitet und gemeinsam realistische Zukunftsperspektiven entwickelt. In der Kinderwohngruppe Wahlenau streben wir an, dass nicht allein die MitarbeiterInnen für den Alltag der Kinder Verantwortung tragen, sondern auch die positive Peer-Group im Sinne einer pro-sozialen kulturellen Unterweisung. Die räumliche Trennung zum familiären und sozialen Umfeld soll genutzt werden, um bestehende Konflikte zu entzerren und positive Veränderungsprozesse anzustoßen.

Elternarbeit

Hierbei ist es uns ein Anliegen, dass Kinder trotz der familienexternen Unterbringung weiterhin in ihren bisherigen sozialen Beziehungen verbleiben können, insofern dies dem Kindeswohl dient. Ein zentrales Ziel ist es, gemeinsam mit den Familien ein vereintes Verständnis von fördernden und schützenden Entwicklungsbedingungen der Kinder zu erarbeiten und Möglichkeiten zu eruieren. Vernetzung und Kooperation sind dabei oberstes Gebot zur Bün-delung von Kräften und Potenzialen, um unserem Auftrag gerecht zu werden, den jungen Menschen und ihren Familien die jeweils richtige Unterstützung bedarfsentsprechend und effektiv zur Verfügung zu stellen und Familien – vor allem in besonderen Belastungslagen – in ihren Eltern- und Erziehungskompetenzen zu stärken. Hierbei werden auch Angebote vielfältiger Kooperationspartner und Ressourcen des Sozialraums einbezogen.

BezugserzieherInnensystem

Das BezugserzieherInnensystem gibt den Kindern dabei besondere Sicherheit und Halt und hilft ihnen, sich emotional zu stabilisieren und tragfähige Beziehung auf- und auszubauen. Die Haltung der MitarbeiterInnen befindet sich dabei stets im Balanceakt zwischen „Nähe und Distanz“, indem sie einerseits einen schützenden, sicheren Rahmen schaffen und andererseits notwendige Grenzen frühzeitig transparent machen, um Enttäuschungen zu vermeiden und Störungen der pädagogischen Prozesse (z.B. Rückschritte, Retraumatisierung) möglichst zu vermeiden. Die BezugsbetreuerInnen sind an allen pädagogischen und institutionellen Prozessen (z.B. Wahrnehmung von Angeboten, Hilfeplangespräche, Fallsteuerung, Koordination vorhandener Ressourcen) der jeweiligen BezugsklientInnen beteiligt.

Die anderen MitarbeiterInnen sowie externe KooperationspartnerInnen und Institutionen informieren die BezugsbetreuerInnen fortlaufend über aktuelle Entwicklungen. So ist gewährleistet, dass Potenziale erkannt, erfolgreich gebündelt sowie zielgerichtet und kontinuierlich9verfolgt werden können. Prozesse und Entscheidungen werden so transparenter und besser nachvollziehbar. Die Arbeit, insbesondere bedeutsame Entscheidungen der BezugserzieherInnen, werden regelmäßig im Einrichtungsteam und mit anderen Beteiligten erörtert, diskutiert und reflektiert. Die BezugserzieherInnen stellen die ersten Ansprechpartner für die Familien und das schulische und soziale Umfeld dar. Somit sind die Aufgaben der Bezugserzieher in erster Linie organisatorischer Natur, wie etwa Kontakte mit den Eltern, dem Jugendamt, der Schule oder Ärzten. Die übergeordnete Aufgabe ist die der Kontaktgestaltung neben der aktiven Begleitung der Entwicklung des Kindes/Jugendlichen, der Mitgestaltung seiner Erziehungsplanung, der Beteiligung an der Erarbeitung der Erziehungsziele sowie der Teilnahme an Hilfeplangesprächen.

Pädagogische Angebote

Allgemeine Entwicklungsförderung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch Alltagsstruktur in allen Lebenslagen und Freizeitgestaltung:

Die Integration der Kinder in die Einrichtung und in das neue Lebensmilieu (Peergroup, Schu-le, Ausbildung, Vereine) erfolgt alltagsnah über Mahlzeiten, Freizeitaktivitäten, hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Arbeit mit den Tieren und im Außenbereich. Dabei wird großer Wert auf emotionale Sicherheit, eine gesunde Lebensführung und Körperhygiene sowie den Auf-bau tragfähiger Beziehungen und eines positiven Lern- und Sozialverhaltens, die Verbesserung von Sozialkompetenzen und den verantwortlichen Umgang mit Finanzen gelegt. Die Beziehungen innerhalb der Wohngruppe und zu den einzelnen MitarbeiterInnen, der verantwortliche Umgang mit den auf dem Hof lebenden Tieren sowie die alltäglichen Freiheiten und Pflichten ermöglichen den Kindern eine stabilisierende Struktur zur Bewältigung ihres Alltags. Zudem werden kontinuierlich altersgerechte lebenspraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten (z.B. Pflege des äußeren Erscheinungsbildes des Hofes, Renovierungs- und Instand-haltungsarbeiten, Umgang mit finanziellen Mitteln und mit öffentlichen Einrichtungen, Be-hörden etc.) eingeübt und gezielt ausgeweitet. Die Kinder sind in die Haushaltsführung eingebunden, werden aber beim Zubereiten der Speisen, beim Einkauf, der Ämtererledigung, beim Wäschewaschen etc. gemäß ihres individuellen Entwicklungs- und Wissenstandes unterstützt. Je nach Möglichkeiten und Fähigkeiten des Einzelnen unterstützen wir beratend oder helfend.

Schulische Förderung erfahren die Kinder durch den Besuch einer der in der Umgebung liegenden Regelschulen: Grundschule Büchenbeuren, Realschule plus und Fachoberschule Sohren-Büchenbeuren sowie die Förderschulen, Gymnasien und Berufsbildende Schulen in Kirchberg und Simmern – bei Bedarf in Kooperation mit der Flex-Fernschule www.flex-fernschule.de. Die Entwicklung realistischer schulischer und beruflicher Perspektiven sowie eine positive schulische Entwicklung mit qualifizierendem Schulabschluss sind wesentliche Bestandteile der pädagogischen Arbeit in unserer Einrichtung. Daher erfahren die Kinder/Jugendlichen im entsprechenden Alter auch Unterstützung bei der Suche nach Praktika in regionalen Betrieben und überbetrieblichen Ausbildungsstätten, wobei insbesondere die Möglichkeiten in den umliegenden Orten der Verbandsgemeinde Kirchberg genutzt werden.Wir legen großen Wert auf eine sinnvolle Freizeitgestaltung mit Bewegungs-, Sport- und Spielangeboten sowie kreativen Angeboten. Es werden regelmäßige interne und externe Sport- und Erlebnisangebote (wie z.B. Radfahren, Wandern, Klettern, Schwimmen) angeboten, wobei uns die Teilnahme am Gemeinschaftsleben im sozialen Umfeld und der Kontaktaufbau sowie die Kontaktpflege zu den regionalen Vereinen ein großes Anliegen ist. Einen Teil Ihrer Freizeit gestalten die Kinder selbst. Dabei vermitteln die Mitarbeiterlnnen Anregungen durch die Bereitstellung und die Anleitung zum Umgang mit Materialien und Medien und fördern die interessenbedingten handwerklichen und lebenspraktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten unter Einbeziehung der Ressourcen des Umfeldes. Der Alltag und die Freizeitgestaltung werden stets gemäß den individuellen Bedürfnissen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen strukturiert. Dabei wird insbesondere die psychosoziale, emotionale, kognitive und körperliche Entwicklung gefördert. Bei Bedarf werden die Angebote durch therapeutische Maßnahmen durch unsere KooperationspartnerInnen ergänzt. Einrichtungsinterne Tiergestützte Pädagogik findet im täglichen Umgang mit den zu versorgenden und zu pflegenden Tieren statt und wird als aktive Hilfe zur Problembewältigung, zur Identitätsbildung und -förderung, Ressourcenaktivierung und -orientierung sowie Autonomiebildung und Selbstorganisation erachtet. Besondere pädagogische und therapeutische BetreuungsleistungenKinder mit erhöhtem Förderbedarf benötigen Betreuungsleistungen, die über den Rahmen der Regelangebote hinausgehen, da sie weniger resilient und vulnerabler als psychisch stabile Kinder sind, was sie in ihrem Alltag (z.B. Verhalten in sozialen Situationen und im schulischen Bereich ) in unterschiedlicher Ausprägung einschränkt. Spezielle Unterstützungsleistungen wie z.B. Achtsamkeitsübungen oder eine intensive Unterstützung bei den Hausaufgaben bzw. gezielte Lernhilfen in Kooperation mit der jeweiligen Schule oder dem Ausbilder können durch externe Dienstleister in der Wohngruppe angeboten werden. Die Integration dieser KlientInnen in externe Angebote ist meistens nur in kleinen Schritten und in Begleitung der BezugsbetreuerInnen zu bewältigen. Zudem kann es bei diesen KlientInnen im Besonderen zu Überforderungssituationen und Stressreaktionen kommen, die eine unmittelbare und engmaschige Betreuung und Unterstützung erfordern. Eine intensivere Betreuung ermöglichen unsere speziell qualifizierten MitarbeiterInnen z.B. in Form begleiteter Spaziergänge, gemeinsamer Arbeit mit den Tieren und mit kreativpädagogischen Angeboten. Im Bedarfsfall werden konkret auf das Störungsbild oder den Bedarfsfall spezialisierte externe Fachkräfte als Unterstützung hinzugezogen. In Einzelfällen kann es zeitlich befristet notwendig sein, aufgrund des individuell erhöhten Betreuungsbedarfs zusätzliche individuelle Leistungen (IZL), die von externen Dienstleistern erbracht werden, mit dem jeweiligen Kostenträger zu vereinbaren. Dies setzt eine ausdrückliche Regelung und Kostenzusage im Rahmen der gemeinsamen Hilfeplanung voraus. Individuelle Zusatzleistungen sind in diesem Bereich insbesondere:

  • Therapeutische Hilfen z.B. Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie, Gestalttherapie, Spieltherapie, Reittherapie, Musiktherapie
  • Heilpädagogische Förderung z.B. heilpädagogische Übungsbehandlung, heilpädagogisches Werken, heilpädagogisches Reiten
  • intensive Förderung der Motorik z.B. Psychomotorik, Körperarbeit Rhythmik, Heileurythmie
  • Sprachförderung
  • Logotherapie
  • Entspannungs- und Konzentrationstraining z.B. Autogenes Training
  • sozialpädagogische Trainingsmaßnahmen z.B. Anti-Aggressions-Training
  • über die allgemeine pädagogische Arbeit hinausgehende besondere pädagogische Leistungen bei akuter Fremd- und Selbstgefährdung (besondere Krisenintervention)
  • Individuelle Zusatzleistungen der Eltern- oder Familienarbeit und der Familientherapie nach allgemein anerkannten Verfahren und Konzepten. Die Zusammenarbeit mit Familien, deren Kinder mit intensivem Förder- Betreuungs- und Therapiebedarf in der Wohngruppe untergebracht sind, gestaltet sich in der Regel enger und aufwendiger, da hier zumeist ein erhöhter Unterstützungsbedarf aufgrund starker Konfliktbetontheit, hohem Leidensdruck, invalidierendem erzieherischem Verhalten und/oder ungünstigen soziodemographischen Rahmenbedingungen vorliegt. Bei Bedarf können daher für die Eltern z.B. folgende zusätzliche Leistungen beantragt werden:
  • Coaching zur Stärkung der Erziehungskompetenzen
  • Elterngruppenarbeit/Familienarbeit, psychotherapeutische Gespräche
  • intensive Vorbereitung der Wiederaufnahme in die Familie

Pädagogische Prozesse und Strukturen

Zusammenarbeit mit Familien. Vorrangiges Ziel stellt in unserer Einrichtung die Rückführung in die Herkunftsfamilien dar. Unsere Angebote verstehen sich daher als ganzheitliche Arbeit unter Einbezug der Familien, um eine geplante Rückführung zu realisieren. Nach dem Motto: „Wir ziehen alle an einem Strang!“ soll die Herkunftsfamilie während der gesamten Dauer der Maßnahme der emotionale Bezugspunkt der Kinder, die in unserer Einrichtung leben, bleiben. Die Verantwortung für die Erziehung der Kinder liegt (in der Regel) bei den Eltern. Leben Kinder für längere Zeit in unserer stationären Einrichtung, wird eine Vereinbarung zwischen Eltern und Einrichtung getroffen, wie alltägliche Angelegenheiten geregelt und entschieden werden (vgl. § 1688 BGB). Kinder und Jugendliche haben das Recht, dass diese Vereinbarung einvernehmlich erfolgt, dass sie bei der Vereinbarung beteiligt werden, und dass sie schriftlich festgehalten wird. Wünsche, Vorstellungen und Vorschläge der Herkunftsfamilie werden vor und während der Unterbringung berücksichtigt. Um die psychosozialen Belastungen für Familien, die häufig mit einer stationären Unterbringung der Kinder einhergehen, möglichst gering zu halten, sind wir bemüht den Kontakt zu den Familien, soweit im Einzelfall möglich und geboten, aktiv und kontinuierlich z.B. in Form von Telefongesprächen und Besuchen der Eltern in der Einrichtung, zu gestalten. Der Erhalt der sozialen Bezüge und der kontinuierliche Kontakt zu den Familien bieten zudem die Möglichkeit, das familiäre soziale Umfeld und die Lebensbedingungen der Kinder in der Herkunftsfamilie zu eruieren und im weiteren Verlauf der Hilfen angemessen zu berücksichtigen. Wir sehen dies als Voraussetzung dafür, dass sich die Kinder und deren Familien gemeinsam weiter entwickeln können, Eltern in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden und dadurch stabile Beziehungen zu ihren Kindern aufbauen können. Der familiäre Lebensraum kann so zum Ausgangspunkt der Maßnahme werden und es ermöglichen, Konflikte zu lösen, Ressourcen der Herkunftsfamilien zu aktivieren und die Identifikations-, Status- und Gefühlsbezüge der Kinder zu ihren Eltern zu stabilisieren. Dies gilt auch dann, wenn eine Rückführung in die Herkunftsfamilie auch langfristig nicht realisierbar ist oder Jugendliche aufgrund fortgeschrittenen Alters auf eine selbständige Lebensführung vorbereitet und verselbständigt werden sollen. Hier geht es bei der Zusammenarbeit mit Familien dann in erster Linie um die gemeinsame Erarbeitung einer Lebensperspektive für das Kind, aber auch darum, trotz und gerade aufgrund schwieriger Beziehungen zwischen Eltern und Kindern dennoch gewisse emotionale Bindungen zu erhalten und zu reaktivieren.

Folgende Leistungen stellen einen integralen Bestandteil des pädagogischen Prozesses dar:

  • Erstkontakt mit den Familien zur Information über die Einrichtung und die Leistung
  • Beteiligung der Familien am Aufnahmegespräch und Kontaktherstellung zu den BezugserzieherInnen als kontinuierliche Ansprechpartner
  • Einbindung der Familien in das Gruppengeschehen im Sinne familienaktivierender Heimerziehung
  • Regelmäßige Elterngespräche zur Aufarbeitung der Beziehung zwischen Familien und ihren Kindern sowie die Auseinandersetzung mit früheren Erlebnissen und Erfahrungen
  • regelmäßige strukturierte Entwicklungsgespräche zur gemeinsamen Erarbeitung der Ziele und Verfahren, der Einbeziehung der Familien in den Alltag der Kinder (z. B. Lebensmilieu, schulische Leistungen)
  • Vor- und Nachbereitung von Besuchskontakten und Heimfahrten am Wochenende und in den Ferien
  • Mediation und Moderation bei Konflikten zwischen Familien und ihren Kindern. Einschränkungen und entsprechende Gegenmaßnahmen und Kontrollen finden generell immer dann statt, wenn das Wohl der Kinder oder Jugendlichen durch den Kontakt zur Herkunftsfamilie in Gefahr gerät.

Schutzauftrag nach §8a SGB VIII / Beschwerdemanagement

Die Umsetzung des Schutzauftrages nach §8a SGB VIII im Hinblick auf die vorgeschriebenen Verfahrensabläufe wie Gefährdungseinschätzung, Meldewege und der Einsatz einer Kinderschutzfachkraft hat oberste Priorität.Ansprechperson für die bei uns wohnenden Kinder, aber auch für deren Eltern und unsere MitarbeiterInnen ist die für uns zuständige externe Fachkraft.

Der Ablauf hinsichtlich der Beschwerdebearbeitung ist folgender:

  • Erstgespräch zur Klärung des Anliegens, von Erwartungen und Lösungsvorschlägen
  • Versuch einer Klärung unter Beteiligung der betreffenden Konfliktparteien und ggf. von Leitungspersonen
  • Rückmeldung über Entscheidungen und Veränderungsmöglichkeiten
  • Feststellung des Grades der erreichten Zufriedenheit aus Sicht der/des Beschwerdeführenden mit der Beschwerdebearbeitung
  • Dokumentation von Beschwerden, Evaluation von Beschwerden, z.B. in Hinblick auf Beschwerdeinhalte, Folgebeschwerden beispielsweise mit Hilfe von Fragebögen
  • Einleitung von Veränderungsmaßnahmen , z.B. Überprüfung und ggf. Weiterentwicklung des Beschwerdeverfahrens oder Veränderungen der struktureller Bedingungen in der Einrichtung
  • Information von Adressatinnen und Adressaten des Beschwerdeverfahrens über die bestehenden Verfahren mit z.B. Flyer, Broschüren, Plakate oder Anschreiben.

Partizipation der KlientInnen

Die Beteiligung der Kinder an allen sie unmittelbar betreffenden Entscheidungsprozessen stellt ein zentrales Element und nach unserem Verständnis Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Verlauf der Maßnahme dar. Partizipation soll die KlientInnen in ihrer Entwicklung zu gemeinschaftsfähigen und eigenverantwortlichen Persönlichkeiten fördern. Dies betrifft insbesondere die Erarbeitung von Verhaltenseinschätzungen, Verlaufsberichten und Förderempfehlungen sowie den Einbezug in die weitere Hilfeplanung, aber auch alltägliche Entscheidungen wie z.B. Speiseplan, Freizeitaktivitäten oder Gestaltung des Wohnbereiches. Bei jüngeren Kindern wird altersentsprechend auf deren Wünsche und Vorstellungen eingegangen. Die Familien und ihre Kinder sind mit Beginn des Aufnahmeverfahrens jederzeit detailliert über ihre Rechte, Pflichten und mögliche Beschwerdewege informiert.

Krisen- und Qualitätsmanagement

Zur Vorbereitung auf etwaige Krisensituationen existiert ein in der Wohngruppe griffbereites Ablaufschema. Dieses enthält eine Sammlung der wichtigsten Rufnummern und einen Berichtbogen, der während bzw. nach der Krise ausgefüllt wird, um eine lückenlose Dokumentation und klare Strukturierung der Ereignisse zu gewährleisten.Während einer akuten Krise informieren unsere MitarbeiterInnen umgehend die Leitung bzw. deren/dessen Stellvertretung, so dass zeitnah passende, individuelle Lösungen entwi-ckelt werden können. Es ist gewährleistet, dass die Rufbereitschaft stets erreichbar ist. Wenn Gefahr in Verzug ist werden unmittelbar Polizei bzw. Notdienste informiert. Daraufhin erfolgt baldmöglichst eine gemeinsame Beratung über das weitere Vorgehen. Gegebenenfalls werden die Familien und/oder andere Institutionen (z.B. Jugendamt, Ärzte, Schule) über den Vorfall informiert und in die Krisenbewältigung einbezogen.

Auszeiten in Italien

Unsere internationale Vernetzung ermöglicht es uns zudem, in enger Absprache mit dem zuständigen Jugendamt, den Familien und den Kindern bzw. Jugendlichen zeitlich befristete Auszeiten in Italien anzubieten.

Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung

Die Qualitätsentwicklung und -sicherung erfolgt im Wesentlich auf Basis folgender Aspekte:

Qualifikation des Personals

Unsere BetreuerInnen sind qualifizierte Fachkräfte, deren fachliche und persönliche Eignungen in einem Auswahlverfahren geprüft wurden. Entsprechende Nachweise wie Zeugnisse, Lebensläufe und polizeiliche Führungszeugnisse liegen unserem Verein vor. Es finden regelmäßige Teamsitzungen zum Austausch und der Reflexion der Arbeit mit den Kindern und deren Familien statt. Darüber hinaus erfolgen Supervisionen durch eine/n externe/n Supervi-sor/in um die Psychohygiene zu gewährleisten und die Qualität der Hilfen zu verbessern. Die Aufgaben des Personals sind klar definiert und verteilt. Die BezugserzieherInnen müssen Maßnahmen und deren Ziele in regelmäßigen Fallbesprechungen transparent machen und in Abstimmung mit den anderen Fachkräften auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder zuschneiden. Unsere MitarbeiterInnen erhalten einen Dienstvertrag, der das Weisungsrecht (Fach- und Dienstaufsicht) klar definiert. Bei Bedarf erfolgt die Diagnostik und Entwicklungsarbeit unter Zusammenarbeit mit spezialisierten externen Fachkräften wie z.B. Ärzten, Sozialpädiater oder Therapeuten.

Fort- und Weiterbildungen

Unsere BetreuerInnen werden kontinuierlich durch Inhouse-Schulungen und externe Qualifizierungsmaßnahmen weitergebildet. Darüber hinaus werden berufsbegleitende pädagogische und der Erwerb therapeutischer Zusatzqualifikationen z.B. in Erlebnispädagogik, Traumatherapie, tiergestützte Therapie und Kinder- und Jugendpsychotherapie vom Träger gefördert und unterstützt. Jährlich findet zudem ein Konzeptionstag statt, der insbesondere dem intensiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch, der Standortbestimmung, der Klärung und Entwicklung pädagogischer Ansätze und Maßnahmen, der Strukturierung des pädagogischen Alltags durch klare Zielsetzungen und Leitlinien sowie der Teamentwicklung dient. Bei der Aufnahme und Betreuung von Kindern, die besonders schwerwiegende Probleme mit ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung haben, bietet der Träger den BetreuerInnen Fortbildungs- und Weiterbildungsangebote in Form von internen und externen Schulungen gezielt zu den entsprechenden Störungsbildern und dem (alltags-)pädagogischen, medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Umgang mit den unterstützungsbedürftigen Kindern an. Dabei wird Wissen zu spezifischen Störungsbildern vermittelt und auf Möglichkeiten des alltagspädagogischen und therapeutischen Umganges eingegangen. Außerdem wird auf die besonders wichtige interdisziplinäre Zusammenarbeit geachtet.

Dokumentation und Evaluation

Alle Maßnahmen und geführten Gespräche werden durch die BetreuerInnen schriftlich geplant und mit Zielformulierungen und -fortschreibungen in Hilfeplänen, Zielerreichungsbögen und Gesprächsprotokollen sorgfältig dokumentiert, um eine fundierte Beurteilung der Prozesse und Fortschritte sowie eine systematische Weiterentwicklung der vereinbarten Ziele und Betreuungssettings zu gewährleisten. Verbindlich geregelte zeitlich dafür ausreichend bemessene Übergabezeiten bieten die Möglichkeit eines täglichen mündlichen Austausches zwischen den Fachkräften. Besonderheiten werden in den Übergabebericht übernommen. Die im Hilfeplan festgeschriebenen Ziele und Maßnahmen werden regelmäßig auf Erfolgsfortschritte überprüft und mit den Beteiligten (Kinder, Familien, Jugendamt) abgestimmt. Im Rahmen des Qualitätsmanagements werden zudem fortlaufend interne und externe Evaluationen durchgeführt. Diese basieren z.B. auf (teil-)standardisierten Evaluations- und Testverfahren, Dokumentationen und Auswertungen von Besuchstagen, Elterngesprächen oder Besuchstagen o.ä. in den Teamsitzungen und mehrgenerationalen Fallrekonstruktionen.

Beendigung und Nachbetreuung

Die Beendigung der Maßnahme wird in der Regel im Rahmen der Hilfeplanung festgelegt und dann vollzogen, wenn die vereinbarten Ziele der Hilfe erreicht werden. Die Entlassung der Kinder aus der stationären Unterbringung wird gründlich vorbereitet. Die Bearbeitung der dafür notwendigen Schritte ist Aufgabe der jeweiligen BezugsbetreuerInnen. Je nach individuellem Einzelfall kann die systemische Rückführung in die Herkunftsfamilie oder eine längerfristige Perspektive bzw. die Vorbereitung auf eine selbständige Lebensführung zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die Maßnahme integriert werden. Zumeist wird sie direkt zu Beginn der Hilfe in die Planung miteinbezogen oder im Verlauf der Hilfe damit begonnen. In Ausnahmefällen kann die Vorbereitung auf eine (Re-)Integration in die Familie oder in andere Maßnahmen wie z.B. eine ambulante Tagesgruppe aber auch erst gegen Ende der Maßnahme einsetzen. Am Ende der Maßnahme wird eine Ergebnisanalyse durchgeführt, mittels derer der Grad der Zufriedenheit der Kinder sowie deren Familien mit dem Ergebnis der Hilfemaßnahme ermittelt wird. Zudem werden die (Re-)Integration der Klienten in das soziale Umfeld sowie die Entwicklung der Selbständigkeit dokumentarisch festgehalten. Wird nach Beendigung der stationären Hilfe eine weitere Betreuung als notwendig und sinnvoll erachtet, bieten wir diese bei entsprechend vorhandenen Kapazitäten als Verselbständigungsmaßnahme an. Alternativ ist auch eine organisierte Nachbetreuung in Form regelmäßiger oder flexibler ambulanter Hilfen möglich, wenn diese geeignet erscheinen. Zu den Leistungen einer ambulanten Nachbetreuung zählen ebenfalls die o. g. pädagogischen Angebote.

Kontakt

Träger: San Giovanni Onlus e.V.Dietrichstraße 16-16a, 55491 Wahlenau,Tel.: +49 6543 8185610 Fax: +49 6543 8185611 mobil: +49 160 4973514E-Mail: sangiovannionlus@googlemail.com

NetzwerkpartnerInnen

Unser Verein arbeitet seit Beginn der ersten Maßnahmen in Italien in einem internationalen Verbund von Fachkräften aus unterschiedlichen Berufsfeldern. Dadurch ist es uns möglich, im Bedarfsfall Auszeiten, Auslandsmaßnahmen und Ferienfreizeiten in Italien anzubieten, innerhalb deren unsere KlientInnen vor Ort von professionellen und erfahrenen Kooperations-partnerInnen betreut und gefördert werden. Darüber hinaus ergibt sich daraus auch die Option eines Einbezuges von Fachkräften in einzelne Projekte bzw. temporäre Maßnahmen, die schwerpunktmäßig in anderen Arbeitsumgebungen tätig sind. Auf dieser Grundlage haben wir in der Vergangenheit erfolgreich Jugendliche in Italien betreut und tun dies auch in Wahlenau damit. Darüber hinaus sind wir stets bestrebt, unser Netzwerk, insbesondere unter Berücksichtigung regionaler Angebote und Begebenheiten, immer weiter auszubauen und zu verstetigen.

Wahlenau, 24 August 2018

 

 

 

 

 

 

 

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Angebote des Trägers

Freie Plätze in Kinderwohngruppe im Hunsrück

Träger
San Giovanni Onlus e.V.
 
Hilfeform
§ 27.2 Hilfen zur Erziehung
§ 34 Heimerziehung
§ 34 WAB
 
Projektausrichtung
Aktive Freizeitgestaltung, Auslandsprojekt, Begleitende Elternarbeit, Bezugsbetreuersystem, Erlebnispädagogik, Gewalt, Gruppe / soziale Kompetenzen, Interkultureller Ansatz, Intensivgruppe, Individuelle Förderung, Kinderschutz / Kindeswohlgefährdung, Kinder- und Jugendlichentherapie, Krisenintervention, Lebenspraktische Unterstützung, Lerntraining / Leistungsverbesserung, Reisen / gem. Gruppenreisen, Reizarme Umgebung, schulische / berufliche Perspektive, Sexueller Missbrauch, Sport, Systemischer Ansatz, Therapeutischer Ansatz, Tiergestützte Pädagogik, Traumatisierung, Trennung / Scheidung, Verhaltensauffälligkeit, Wochenende
 
Betreuungsumfang
stationär (24h)
 
Geschlecht allgemein
gemischt / keine Einschränkungen
 
Gesamtkapazität
9
 
Kostensatz
160.77 EUR / individuell nach Bedarf
 
Betriebserlaubnis
ja
 

Kontaktdaten zur Anfrage

Projektleiter_in
Roland Maidhof-Betker
 
Telefon
065438185610/12, +49 151 28734468, +49 1
 
Fax
sangiovannionlus@googlemail.com
 
E-Mail
kontakt@sgo-ev.de
 

Standort des Angebotes

Adresse
Dietrichstraße 16a
55491 Wahlenau
 
3 freie Plätze
verfügbar ab 15.11.2018
 

Aufnahmealter zwischen 6 und 13 Jahren

Alter
6 - 13 Jahre
 
Geschlecht
gemischt / keine Einschränkungen
 
Standort
Rhein-Hunsrück-Kreis
 
 
Kurzbeschreibung
Unser Angebot

Die Kinder werden mit ihren Bedürfnissen fachlich und an ihren Ressourcen orientiert begleitet um realistische Zukunftsperspektiven entwickeln zu können.

Dies geschieht auf der Basis Tiergestützter Pädagogik, die durch besonders erfahrene Fachkräfte und unseren tierischen Co-Therapeuten angeboten wird.

Ergänzt wird dieses Angebot mit erlebnis- u kreativpädagogischen Angeboten
 

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