Kinder- und Jugendhaus Stratmann

Kinder- und Jugendhaus Stratmann
 
Ansprechperson
Sebastian Stratmann, Eileen Wegener
Strasse und Hausnummer
Hohle Straße 12
Postleitzahl, Ort
59889 Eslohe (Sauerland)
Telefonnummer
02973/81340
Mobile Nummer
0178/3312632
Dachverband
VPK (Verband Privater Träger)
 

Kurzbeschreibung

Das Kinder- und Jugendhaus Stratmann ist eine stationäre, familial ausgerichtete private Einrichtung der Jugendhilfe in Cobbenrode in der Gemeinde Eslohe im Sauerland. Die Einrichtung wurde 1990 von den Eheleuten Ute und Gerd Stratmann eröffnet.

Acht Plätze stehen seitdem Kindern und Jugendlichen koedukativ, integrativ und weitgehend alterslinear zur Verfügung.

Im Jahr 2002 wurde die Einrichtung um vier Plätze für Hilfen zur Verselbständigung erweitert. Das räumliche Angebot befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kinderhaus. Die Hilfeleistung ist übergreifend konzipiert. Regeln behalten ihre Gültigkeit, Tagesabläufe ihre Rhythmen, Mitarbeitende sind in beiden Einrichtungsteilen tätig. Im Kinderhaus wird klassisch das Zusammenleben praktiziert, das die dort lebenden Personen zu einer auf Zeit angelegten Lebensgemeinschaft verbindet. Die Betreiber / Inhaber haben ihren Wohnsitz in der Einrichtung. Sie vermitteln damit Geborgenheit, beschützende, aber auch orientierende Zuverlässigkeit einer auf Zeit angelegten familialen Beziehung. Der Familien ähnliche Wohn- und Lebenscharakter ermöglicht den Kindern und Jugendlichen das Erlernen sozialer Verhaltensweisen in einer natürlichen, jederzeit auf ihr eigenes Leben übertragbaren Umgebung. Das „optische“ Wohn- und Lebensumfeld gestattet einen „normalisierenden“ Rahmen in der sie umgebenden Wohnlandschaft. Das verhindert umfassend eine Stigmatisierung der Heimbewohner*innen.

Die unabhängige und freie Verknüpfung der wirtschaftlichen, administrativen und pädagogisch-therapeutischen Inhalte ermöglicht spontane, gezielte Aktionen / Reaktionen auf die Bedürfnisse der Bewohner*innen sowie die Notwendigkeiten der Zielgruppe, Leistungsberechtigten und Leistungsbezieher*innen. Die pädagogisch unmittelbare Folge von Handeln ist so im Zusammenhang nachvollziehbar. Das bedingt uns weiterhin zur privat-wirtschaftlichen Trägerschaft. Im Jahr 2023 wurde die Trägerschaft an den Sohn des Gründerehepaares übergeben.

Leitgedanken

Das Leitbild der Einrichtung ist begründet in der Entwicklungsgeschichte der Heimerziehung noch unter dem JWG und der beruflichen Erfahrungen des Trägerehepaars im Vorfeld der Kinderhausgründung. Zur Gründungsmotivation zähl(t)en:

Pädagogische Entscheidungen müssen sofort erfolgen können, Zusammenleben muss sich für alle lohnend widerspiegeln, aus Perspektive der Schichtentheorie bedarf es der Annäherung an die „Mittelschicht“, die Bedürfnispyramide regt zur eigenen Stärkeentwicklung an, innewohnende Pädagogen destigmatisieren den „Makel der Heimerziehung“.

Die Kinder und Jugendlichen erhalten ein Zuhause, dass sie so auch benennen können.

Es ermöglicht ihnen die Mitgestaltung ihrer Zukunft zu selbständigen, unabhängigen und aktiven Gesellschaftsmitglieder*innen. Der Schutz und die Fürsorge zusammen mit der Unterstützung ermöglichen die möglichst volle Entfaltung ihrer Möglichkeiten.

Daraus hat sich das Leitbild der Einrichtung entwickelt:

Beziehung ist Anbindung und Orientierung. Beziehungsverantwortung ist „gutes Vorbild“ sein. Gutes Beispiel ist u. a. die Achtung der Menschenwürde, der Menschenwerte, der Religionsfreiheit, der demokratischen Partizipation, der Ressourcenfindung und -Entwicklung, der Förderung der Individualität und die der Gemeinschaftsfähigkeit, sowie Ethischer Wertfindung. Das Kind, der / die Jugendliche ist Mittelpunkt des Arbeitsprozesses vor dem Hintergrund der Gemeinschaft. Arbeiten im Kinderhaus heißt Beziehung gestalten und Leben unter o. g. Prämissen.

Unter den gesicherten Bedingungen einer Einrichtung ist Raum geschaffen für die individuellen Ressourcen und Fähigkeiten sowie der Wahrnehmung dieser Stärken im Wechselspiel mit den anderen Mitbewohner*innen zur Konstruktion eigener Selbständigkeit. Diesem Anspruch kommt auch die Jugendwohngemeinschaft nach.

Die systemische Denk- und Arbeitsweise bindet die Sorgeberechtigten in die Prozesse ein, fordert ihre Teilnahme an den prozessualen Schritten, nimmt sie analog in die Planung der Hilfe auf, schafft den Kindern und Jugendlichen den solidarischen Freiraum und belässt allen Familienangehörigen, die dem System zuzuzählen sind, den Bereich der Autonomie in den Entscheidungen. Hier konkretisiert sich die Kundenorientierung unter Aspekten von Wertschätzung und Allparteilichkeit.

Träger, Leitung und Team bilden im Innenverhältnis eine besondere, therapeutisch denkende und handelnde Einheit mit permanentem Austausch über dienliche und funktionale Wirkungen. Das Ziel der emotionalen Offenheit der Betreuten für das Verständnis von Funktionalität ist eng gekoppelt mit der sich entwickelnden kognitiven Leistungsfähigkeit. Kinder / Jugendliche mit PTBS genießen besondere Be(ob)achtung triggernder Faktoren zur zunächst Vermeidung belastender Auslöser, aber auch zur schrittweisen Konjunktion und damit dauerhaften Entlastung.

„Handele stets so, dass sich die Möglichkeiten der Kund*innen erweitern. Dabei folge im Innenverhältnis den Vorgängen, wie sie sich in jeder Familie ergeben würden. Im Außenverhältnis sei die/der beste Versteher*in.“

Übergreifendes Ziel unseres gemeinsamen Handelns ist die Schaffung eines fürsorglichen und beschützen Rahmens mit familialem Charakter, zur freien Entfaltung gesunder junger Persönlichkeiten, mit der Absicht der größten möglichen Verselbständigung / Eigenständigkeit je nach Alter und Entwicklung unter Einbeziehung ihrer Systeme mit zukunftsfähiger Kontaktebene.

Jeder junge Mensch hat ein Anrecht auf ein achtsames, gewaltfreies und wertschätzendes menschliches Miteinander. Daher müssen wir alle Möglichkeiten ausnutzen, um Kindern und Jugendlichen bei uns einen sicheren Ort zu bieten. Umso bedeutsamer war daher die Erstellung eines Schutzkonzeptes in unserer Einrichtung. Hiermit werden Verantwortlichkeiten zugewiesen und klare Regeln für den Umgang und die Verfahren benannt, um Kinder und Jugendliche wirksam vor (sexueller) Gewalt zu schützen. Richtschnur sind uns die „Quality4Children“-Standards fremd untergebrachter Kinder in Europa.

 

Angebote des Trägers